Garfield kann nicht…oder mehr über Blasenentzündungen und Harnabsatzprobleme bei der Katze

Blasenentzündungen und Harnabsatzprobleme bei der Katze

In diesem Artikel möchten wir über einen leider ziemlich häufigen und für Tier und Besitzer mühsamen Krankheitskomplex bei der Katze sprechen, welche die Blase und unteren Harnwege betrifft. Es wird zusammengefasst unter der englischen Abkürzung FLUTD (Feline Lower Urinary Tract Disease). Darunter werden verschiedene Krankheiten zusammengefasst, welche zu ähnlichen Symptomen führen.

Typische Symptome sind, dass die Katze plötzlich häufiger kleine Mengen oder an ungewöhnlichen Orten Urin absetzt. Weiter kann sie auch Schmerzen zeigen oder am Hinterteil lecken. In fortgeschrittenen Fällen ist der Urin farblich und geruchlich verändert bis blutig, die Tiere sind im Allgemeinzustand reduziert und bei Katern kann es sogar so weit kommen, dass gar kein Harn mehr abgesetzt werden kann, also die Harnröhre komplett blockiert ist. (Die Ursache ist anatomisch bedingt, weil bei Katern die Harnröhre an gewissen Stellen sehr eng ist und gewunden, wobei die Kätzin eine gerade und kürzere Harnröhre hat.) Dies ist ein absoluter Notfall, da der Rückstau von Harn zu extremen Schmerzen und im schlimmsten Fall zu Harnstoffvergiftung, Nierenversagen und zum Tod führen kann.

Einer unserer FLUTD Patienten am Relaxen auf dem SofaWas sind die Ursachen für dieses Problem?
Es gibt nicht nur einen einzigen Grund, im medizinischen spricht man von einer ‚multifaktoriellen‘ Erkrankung, also mehrere Faktoren, welche das Entstehen einer FLUTD begünstigen:

  • Ernährung (Hoher Mineral- und Phosphatgehalt in der Ernährung begünstigt ein zu hoher Harn PH und Entstehung von Struvit Kristallen)
  • Stress (schädigt die natürliche Schutzfunktion der Blasenschleimhaut)
  • Übergewicht und Bewegungsmangel (reine Hauskatzen sind häufiger betroffen als Freigänger)
  • Zu wenig Wasseraufnahme / verunreinigtes Trinkwasser
  • Zu wenig Toiletten im Haushalt, mangelnde Hygiene (Katze such Klo nicht gerne auf)
  • Kater sind häufiger betroffen als Kätzinnen
  • Garfield als faules, männliches Dickerchen wäre also gefährdet...


Die Therapie richtet sich je nach Ursache und Ausmass. Im schlimmsten Fall ist eine Operation nötig und mehrere Tage Klinik-Aufenthalt mit Harnkatheter und Infusion. Zur Vorbeugung und Rezidiv Prophylaxe wird strikte auf eine Spezialnahrung umgestellt und den genannten Faktoren werden versucht, so gut wie möglich entgegenzuwirken. Die meisten betroffenen Katzen können so ein gutes Leben führen, Rückfälle sind aber trotz allem möglich.
Wir beraten betroffene oder interessierte Katzenbesitzer gerne bei Fragen dazu.

Harnkristalle KatzeZeichnung des Harnapparats eines Katers.
Harnkristalle können an diversen Engstellen eine Blockade verursachen

Roentgenbild HarnsteineRöntgenbild eines unseren Patienten.
Hier haben sich Harnsteine in der Blase gebildet, welche operativ entfernt werden musste. Zur Prophylaxe wird nun eine Spezialdiät verschrieben.

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