Giftige Lebensmittel für Hunde und Katzen

Vorsicht giftig!
Es ist Vorweihnachtszeit und das bedeutet vermehrt Haustiere, die mit Vergiftungen zu uns gebracht werden. Grund genug, dieses Thema in einem Artikel aufzugreifen.

In den meisten Fällen sind nicht Tierhasser am Werk, sondern vielmehr lauern im Haushalt Lebensmittel oder Pflanzen, welche für Menschen ein Gaumenschmaus, für Tiere aber hoch toxisch sein können.

Giftige Lebensmittel für Haustiere

Für euch haben wir ein Festessen zusammengestellt mit giftigen Lebensmitteln für Hunde und Katzen.
Wir stellen uns vor: ein gemütlicher Sonntag, die Stimmung ist gut, ein paar Freunde sind zu Besuch. Der mitgebrachte Blumenstrauss ist wunderschön und bekommt einen hübschen Platz nicht weit vom Katzenbaum auf der Kommode. Kätzchen Minki findet es lustig damit zu spielen. Ist das Katzengras? Nein, Minki ist in Gefahr! Die schönen Lilien oder beliebten Weihnachtssterne (zum Beispiel die Hawaii-Blume ist ein bekannter Vertreter, oft in Blumensträussen enthalten) sind hoch toxisch für Haustiere, besonders für Katzen. Sämtliche Pflanzenteile können schon in kleinen Mengen zu Vergiftungen mit Nierenversagen, Darmlähmungen, Pankreatitis und Tod führen.

Zum Apero ein Schälchen mit einer Edelnussmischung. Auch Fifi möchte davon naschen. Nüsse sind zwar nicht alle hochgiftig, aber zum Beispiel Macademia Nüsse sind sehr gefährlich für Hunde, also besser nicht füttern!

Zur Vorspeise dann ein Avocado Salat mit Zwiebeln und dazu knuspriges Knoblauchbrot. Was erfrischend und gesund klingt, ist nichts für Tiere. Das in Avocados enthaltene Persin ist für Menschen unbedenklich, kann bei Tieren aber zu Herzmuskelschäden führen. Die Schwefelverbindungen, welche in Knoblauch und Zwiebeln vorkommen, können zu einer sogenannten Hämolyse (Zerstörung der roten Blutkörperchen) und schwerer Blutarmut führen.

Die Hauptspeise: Teigwaren an einer Arrabiata Sauce, rassig mit Auberginen, Paprika und Tomaten. Diese Nachtschattengewächse enthalten zum Teil Solanin (gekocht oder roh), was zu Brechdurchfall oder Schlimmerem führen kann bei Haustieren.

Zum Dessert schliesslich gibts Grosis legendären Schoggicake mit feinen Schokoladenstückchen, dazu für die Linienbewussten einen Fruchtsalat, der Trauben enthält. Trauben und Rosinen können schon in kleinen Mengen ein Nierenversagen hervorrufen und gehören nicht in den Haustiermagen. Schokolade, oder besser gesagt, der darin vorkommende Kakao, enthält Theobromin, welches von Hunden sehr schlecht vertragen wird und bis zum Tod führen kann. Dabei gilt, je dunkler die Schokolade, das heisst, je mehr Kakaoanteil die Schokolade enthält, desto giftiger ist sie. Dabei spielt auch das Körpergewicht der Hunde eine Rolle. Ein Chihuahua (3 kg) braucht 10x weniger Schokolade aufzunehmen als ein Golden Retriever (30 Kg) um eine Vergiftung zu erleiden. Anbei eine Tabelle mit der toxischen Dosis von Schokolade, ausgerechnet auf das Gewicht eines Hundes.

Gewicht Hund Rohkakao Kakaopulver (Kuchen/Kekse) Milchschokolade Dunkle Schokolade Kochschokolade 70-90% Schokolade
5kg 2.85gr 3.8gr 50gr 12.5gr 6.25gr 3.8gr
10kg 5.7gr 7.6gr 100gr 25gr 12.5gr 7.7gr
20kg 11.4gr 15.4gr 200gr 50gr 25gr 15.4gr
30kg 17.14 23gr 300gr 75gr 37.5gr 23gr

Zum Abschluss eine Kaffeerunde. Onkel Hans hat seit Jahren Diabetes und süsst seinen Kaffee mit einem Süssstoff. Xylitol ist ein Zuckeraustauschstoff und ist in vielen Light Getränken, Kaugummis und Bonbons enthalten. Schon wenig davon kann bei Tieren zu Unterzuckerung oder Leberschäden führen.

Also: wer für seine Vierbeiner mit einem hochwertigen Tierfutter fütter und gar nie anfängt vom Tisch zu füttern, kann das Risiko erheblich senken, dass es zu einer Vergiftung kommt.

Aber dies ist manchmal einfacher gesagt als getan. Was tun bei einer Vergiftung oder bei Verdacht, dass Gift aufgenommen wurde? Im Zweifelsfall lieber einmal zu viel zum Tierarzt gehen als einmal zu wenig. Unter Umständen kann bei frischer Aufnahme das Tier zum Erbrechen gebracht werden und das „Gift“ gar nicht erst in den Kreislauf gelangen. Sind schon Vergiftungssymptome vorhanden, sind oft Infusionen, Medikamente zum Ausscheiden des Giftes oder symptomatische Therapien gegen das Erbrechen oder gegen die Krämpfe nötig. Kohletabletten sind eine Möglichkeit die Toxine etwas zu binden, ersetzen bei schweren Fällen aber nicht einen Tierarztbesuch. Vorsicht: niemals versuchen, das Haustier selber zum Erbrechen zu bringen!

Eine sehr gute Internetadresse ist Clinitox der Universität Zürich: http://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/klt/toxfklt.htm

Hier findet man viele Informationen zum Thema. Die Notfallnummer 145 für Vergiftungsnotfälle kann auch bei Tiernotfällen angerufen werden.

Dr. HundWir hoffen, euch mit diesem Artikel nicht den Magen verdorben zu haben!
Für Fragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung unter 033 822 21 41.

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